Schöfeln – Schlittschuhlaufen für Ostfriesen

An der Nordsee sinken die Temperaturen nicht so stark wie in anderen Gebieten. Aber wenn es dann doch kälter wird, manche Seen eine Eisschicht ansetzen, frönen Ostfriesen einer eigenwilligen Tradition: dem Schöfeln. Schöfeln ist die plattdeutsche Art des Schlittschuhlaufens. Weil nicht alle Gewässer ausreichend stark gefrieren, greifen wir Küstenbewohner bisweilen dafür zu einem Trick. Wiesen werden wiederholt geflutet, Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgen für eine Eisschicht, auf der anschließend gekurvt werden kann. Natürlich wird auch auf Kanälen und stehenden Gewässern geschöfelt.

Das Schöfeln verbindet die Menschen

Auf dem Eis fühlen sich viele Menschen wohl. Und sie sind nützlich. Gefrorene Kanäle werden von vielen Ostfriesen auch als Abkürzung genutzt, um schneller ans Ziel zu gelangen. Das eigentliche Schöfeln findet aber vor allem auf großen, weiten Flächen statt. Eben jene stehenden, natürlichen Gewässer oder den speziell vorbereiteten Schöfelwiesen, die sich in vielen Gemeinden zwischen Jade-Busen und niederländischer Grenze großer Beliebtheit erfreuen. Kleine Räumfahrzeuge befreien vor dem eigentlichen Schöfeln die eisigen Flächen von eventuell gefallenem Schnee, sodass unkompliziert über die Strecke geschlittert werden kann.

Der Schöfelloop

Um diese Tradition herum hatte sich zeitweise ein richtiger Wettkampf gebildet. Einen ersten Versuch dazu sollte es bereits 1987 geben. Damals war eine 90 Kilometer lange Strecke für den ersten "Schöffelloop" vorgesehen. Start- und Zielpunkt war die Seehafenstadt Emden. Ein Wetterumbruch verhinderte damals in letzter Minute die Durchführung. Neun Jahre später wurde diese Idee wieder aufgegriffen und in kleinerem Rahmen durchgeführt. Ein drei Kilometer langer Rundkurs wurde 14 Mal umrundet, sodass die Teilnehmer insgesamt 42 Kilometer auf Kufen unterwegs waren. 53 Starter nahmen damals an dem Wettkampf teil, nicht einmal die Hälfte von ihnen erreichte 1996 das Ziel. Ähnliche Läufe gab es im selben Zeitraum auch an anderer Stelle. Im Februar 1996 wurde etwa auf dem Jümmesee unweit der ostfriesischen Stadt Leer ein 75 Kilometer langer Lauf gestartet. Das war der seinerzeit längste, ostfriesische Lauf. Auch in diesem Jahr werden sich in Ostfriesland und im Wangerland, wo sich unser Hotel Frieslandstern befindet, wieder Tausende in die Schlittschuhe begeben und begeistert das Schöfeln genießen. Eine Tradition mit ihrem ganz eigenen Flair, an der nicht nur die Einheimischen sondern auch die Touristen viel Spaß haben wie wir jedes Jahr aufs Neue bemerken.